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Quantitative Risikoanalyse im Bauprojektmanagement: Zahlen und Fakten im Fokus

In der komplexen Welt des Bauprojektmanagements ist die quantitative Risikoanalyse ein unverzichtbares Werkzeug zur Bewertung und Steuerung von Projektrisiken. Im Gegensatz zur qualitativen Analyse, die oft auf Erfahrungswerten und Einschätzungen basiert, setzt die quantitative Methode auf konkrete Zahlen und statistische Verfahren. Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf diesen wichtigen Aspekt des Risikomanagements werfen.



Was ist quantitative Risikoanalyse?


Die quantitative Risikoanalyse ist ein Prozess, bei dem Risiken numerisch bewertet werden.


Dabei werden zwei Hauptfaktoren berücksichtigt:

  1. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos

  2. Die potenziellen Auswirkungen auf das Projekt


Durch die Kombination dieser beiden Faktoren erhalten wir einen Risikowert, der es uns ermöglicht, Risiken zu priorisieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.



Warum ist die quantitative Risikoanalyse wichtig?


Die quantitative Analyse bietet mehrere Vorteile:


  • Sie liefert konkrete Zahlen, die als Entscheidungsgrundlage dienen können

  • Sie ermöglicht eine präzisere Priorisierung von Risiken

  • Sie hilft bei der Bestimmung realistischer und erreichbarer Projektziele

  • Sie unterstützt bei der Entscheidungsfindung in unsicheren Situationen



Methoden der quantitativen Risikoanalyse


Es gibt verschiedene Techniken zur Durchführung einer quantitativen Risikoanalyse. Zu den gängigsten gehören:


  1. Monte-Carlo-Simulation

  2. Entscheidungsbaum-Analyse

  3. Sensitivitätsanalyse


Diese Methoden helfen dabei, mögliche Projektergebnisse zu quantifizieren und die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen bestimmter Projektziele zu bestimmen.



Beispiele für quantitative Risikoanalyse im Bauprojektmanagement


Lassen Sie uns nun drei konkrete Beispiele betrachten, wie die quantitative Risikoanalyse in Bauprojekten angewendet werden kann:



Beispiel 1: Verzögerung bei der Materiallieferung


Szenario: Bei einem Hochbauprojekt besteht das Risiko einer verspäteten Lieferung von Stahlträgern.


Quantitative Analyse:

  • Eintrittswahrscheinlichkeit: 30%

  • Potenzielle Auswirkung: 2 Wochen Verzögerung, geschätzte Kosten: 100.000 €

  • Risikowert: 30% x 100.000 € = 30.000 €


Interpretation: Der erwartete monetäre Wert dieses Risikos beträgt 30.000 €. Das Projektmanagement kann nun entscheiden, ob Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen werden sollten, deren Kosten diesen Betrag nicht überschreiten.



Beispiel 2: Unvorhergesehene Bodenbeschaffenheit


Szenario: Bei einem Tunnelbauprojekt besteht das Risiko, auf unerwartete geologische Bedingungen zu stoßen.


Quantitative Analyse (Monte-Carlo-Simulation):

  • Wahrscheinlichkeitsverteilung der zusätzlichen Kosten:

  • Beste Fall: 500.000 €

  • Wahrscheinlichster Fall: 2.000.000 €

  • Schlimmster Fall: 5.000.000 €

  • Nach 1000 Simulationsdurchläufen ergibt sich ein durchschnittlicher erwarteter Zusatzaufwand von 2.300.000 €


Interpretation: Das Projektteam kann nun diesen Betrag in die Risikorücklagen einplanen und gegebenenfalls zusätzliche geologische Untersuchungen in Auftrag geben, um das Risiko zu minimieren.



Beispiel 3: Wetterbedingte Verzögerungen


Szenario: Bei einem Brückenbau-Projekt besteht das Risiko wetterbedingter Verzögerungen.


Quantitative Analyse (Entscheidungsbaum):

Risiko starker Regenfälle: 40% Wahrscheinlichkeit

=> Bei Eintritt: 3 Wochen Verzögerung, Kosten: 300.000 €

Risiko extremer Hitze: 20% Wahrscheinlichkeit

=> Bei Eintritt: 1 Woche Verzögerung, Kosten: 100.000 €

Kein wetterbedingtes Risiko: 40% Wahrscheinlichkeit


Erwarteter Risikowert: (40% x 300.000 €) + (20% x 100.000 €) + (40% x 0 €) = 140.000 €


Interpretation: Das Projektmanagement kann nun entscheiden, ob Investitionen in wetterfeste Baumaßnahmen oder flexible Zeitpläne sinnvoll sind, um dieses Risiko zu mindern.



Fazit


Die quantitative Risikoanalyse ist ein mächtiges Instrument im Bauprojektmanagement. Sie ermöglicht es, Risiken nicht nur zu identifizieren, sondern auch präzise zu bewerten und zu priorisieren. Durch die Verwendung konkreter Zahlen und statistischer Methoden können Projektmanager fundierte Entscheidungen treffen und Ressourcen effektiv einsetzen.


Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die quantitative Analyse nur so gut ist wie die Daten, auf denen sie basiert. Eine sorgfältige Datenerhebung und regelmäßige Überprüfung der Annahmen sind daher unerlässlich. Zudem sollte die quantitative Analyse stets durch qualitative Methoden ergänzt werden, um ein ganzheitliches Bild der Projektrisiken zu erhalten.


Indem Sie die quantitative Risikoanalyse in Ihr Projektmanagement integrieren, können Sie die Erfolgsaussichten Ihrer Bauprojekte signifikant verbessern und gleichzeitig potenzielle Verluste minimieren. Es ist eine Investition in die Zukunft, die sich in der komplexen und oft unvorhersehbaren Welt des Bauwesens mehr als auszahlt.


 

Über Metzger - REAL ESTATE ADVISORY:

Metzger - REAL ESTATE ADVISORY ist spezialisiert auf die Beratung von Unternehmen bei der Abwicklung, Steuerung und Prüfung von Bauprojekten. Wir bieten umfassende Baulösungen, die die gesamte Projektbegleitung abdecken – von der Planung und Generalplanung über Projektcontrolling und Baurevision bis hin zu Troubleshooting, Risikomanagement und Bauschadenanalyse.

Unser erfahrenes Team stellt sicher, dass Zeit- und Kostenrahmen eingehalten werden, indem es proaktiv Probleme identifiziert und löst. Wir bieten ganzheitliche Beratung und detaillierte Analysen sowohl während als auch nach Abschluss der Projekte, um Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

Unser Ziel ist es, Ihre Bauprojekte durch erstklassige Beratung und professionellen Service zu optimieren und erfolgreich abzuschließen. Mit fundiertem Fachwissen und langjähriger Erfahrung sind wir der ideale Partner für Ihr Bauvorhaben


 

Kontakt:

Metzger - REAL ESTATE ADVISORY

Dipl. Ing. (FH) Bernhard Metzger

Am Kastenacker 4 

D-82266 Inning

Fon:   +49 (0)8143 / 94494  

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